Wirtschaftswunder
Bilder 50er Jahre
Bilder 60er Jahre
Ausstellungen
DDR
Impressum / Kontakt

Impressionen meiner DDR-Spielzeug-Wanderausstellung "Das hab' ich auch gehabt!" auf ihrer Station im Museum Petersberg bei Halle/Saale. Die Ausstellung war ein großer Publikumserfolg - weitere Anfragen sind willkommen! (KONTAKT)

Infos für Interessierte: Die Ausstellung ist auf dieser Seite nicht in komplettem Umfang zu sehen. Ich schneide sie gerne individuell auf die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten zu, bezüglich des Umfangs sind sowohl nach unten als auch nach oben hin kaum Grenzen gesetzt. Gerne gliedere ich sie auch in verschiedene Themenbereiche, z.B. "Frauenbild", "Verkehr und Technik", "Export" etc. - Museumsübliche Konditionen (Versicherung, Präsentation in Vitrinen oder hinter zugriffsfreien Absperrungen, Leihgebühr nach Vereinbarung) setze ich jeweils voraus.

In eigener Sache: Ich bekomme in letzter Zeit leider immer häufiger Hinweise von Besuchern meines virtuellen Museums, dass meine Themen von anderen Ausstellungen abgekupfert und/oder meine Texte ohne Rücksprache z.T. wortwörtlich übernommen wurden. Einerseits freut es mich natürlich, dass meine Ideen und Konzepte auf solch positive Resonanz stoßen, andererseits steckt aber so viel Arbeit dahinter, dass ich um Verständnis bitte, dass ich mich gegen solche Vorgehensweisen in Zukunft zur Wehr setzen werde.


 

Plakat-/Flyerfoto

 

 

 Weltraumspielzeug

1957 elektrisierte der Satellit Sputnik, der erste "künstliche Erdtrabant", die gesamte Welt und sorgte durch den offensichtlichen russischen Technologievorsprung in der westlichen Welt für einen regelrechten Schock. Als ein Beispiel von vielen ließ es sich das DDR-Spiel "Mit den Sputniks rund um den Erdball" aus dem Jahr 1958  natürlich nicht nehmen, diesen Vorsprung - und damit natürlich auch automatisch die vermeintliche Überlegenheit des gesamten politischen Systems - zu preisen: "Überall waren die Menschen den Sputniks auf der Spur; die großen Himmelsfernrohre verfolgten sie auf ihren Bahnen um den Erdball. In der Morgen- und Abenddämmerung sahen die Menschen in Leningrad und Berlin, in Paris und Kapstadt und überall auf unserer Erde mit bloßen Augen die Sputniks."

 

 

 

 

 

 

 Die Welt von morgen

In Planungen für zukünftige Verkehrskonzepte wurde der Einschienenbahn Ende der 1950er Jahre ein hoher Stellenwert beigemessen, es existierten bereits konkrete Pläne für eine Strecke in Jena. Vor allem aus wirtschaftlichen Erwägungen blieb es jedoch beim Wunschdenken. Als Spielzeug wurde die Einschienenbahn zumindest im Miniaturformat zur Realität und auch eine hochaktuelle Zukunftsversion heutiger Tage, das programmierbare selbst fahrende Auto, war bereits in den 1970er Jahren in den DDR-Kinderzimmern zu finden.

 

 

 Abenteuer

Von jeher begeistern sich Kinder an abenteuerlichen Geschichten. Sie beflügeln die Fantasie und regen zum Spiel an, das in seiner Vielfalt stets neu ist und nie langweilig wird. – Das Angebot in der DDR produzierter Ritter, Cowboy- und Indianerfiguren samt Zubehör war so groß, dass dieser Spielzeugbereich mittlerweile zu einem eigenständigen Sammelgebiet geworden ist.

 

 

 

 

 

 

 MSB

Im Verlauf der 1970er und 1980er Jahre avancierte Playmobil in der Bundesrepublik zu einem der beliebtesten Spielzeuge überhaupt. Der VEB Mechanische Spielzeuge Brandenburg versuchte sich Mitte der 1980 Jahre ebenfalls an entsprechenden Aktionsfiguren, die wohl, wie auch diverse weitere Fahrzeuge mit „West-Aufdrucken“, überwiegend für den Export bestimmt waren. Doch das offensichtliche Motto "Blech statt Plastik" (die Karosserien der Autos und auch die Oberkörper-Ummantelungen der Männchen bestehen aus Metall) konnte dem ausgereiften Verkaufsschlager aus Westdeutschland keine Konkurrenz machen. Nichtsdestotrotz beeindruckt die Vielfalt der Farben und Formen. Einer der hier zu sehenden Rennwagen ist ein vom verantwortlichen MSB-Designer handbemalter Prototyp.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   
     

 

 Hauswirtschaftliches Spielzeug

Zumindest theoretisch sollte es in der DDR keinen Unterschied zwischen Spielmaterial für Jungen oder für Mädchen geben, da großer Wert darauf gelegt wurde, die Frauen als gleichberechtigt darzustellen. Die ausschließlich Mädchen darstellenden Abbildungen auf den Kartons von Spiel-Haushaltsgeräten entlarven jedoch, dass Hausarbeit in Wirklichkeit „Frauensache“ zu sein hatte. Hier ein Archivfoto aus meiner Ausstellung "Deutsch - deutsche Spielzeugwelten".

 

 

 

 

 Kaufmannsläden

…gibt es schon seit dem 17.Jahrhundert. Sie dienten ursprünglich nicht nur Spielzwecken, sondern sollten Kinder auch an den Umgang mit Geld und an die Kunst des Handelns heranführen. Wie übergroß die Bandbreite der in der DDR gefertigten Kinderkaufläden war, konnte auf dem Petersberg bereits vor einiger Zeit in einer speziellen Ausstellung zu diesem Thema entdeckt werden. – Etliche dieser Läden fanden durch Export den Weg „in den Westen“.

 

 

 Puppenhäuser

Puppenhäuser und Puppenstuben spiegeln anschaulich die Wohnkultur ihrer jeweiligen Entstehungszeit. Von der Schrankwand über den Fernseher bis hin zum Designerstuhl ist alles im Miniaturformat vertreten – es gibt nichts, was es nicht gibt. Das hier gezeigte „Haus Sonnenschein“ wurde vom VEB Grünhainichen produziert, die Püppchen stammen überwiegend von der Firma ARI (August Riedeler, Königsee) – arrangiert wurde die Szene mit einem Augenzwinckern.

 

 

 Juniorfon

Was haben die Puppe im schicken Hosenanzug aus Malimo-Kunstfaser und der Berliner Bär gemeinsam? – Beide können „sprechen“. Heute für Spielzeuge eine Selbstverständlichkeit, war das in den 1960er und auch noch 1970er Jahren durchaus etwas Besonderes. Verantwortlich dafür waren kleine Plast-Schallplatten, die über jeweils eingebaute analoge Laufwerke – oder auch mit dem „Juniorfon“ abgespielt werden konnten.

 

 

Papierpuppen

…dokumentieren die Mode ihrer Zeit. Wer keine Bögen hatte, schnitt sich Figuren und Kleidung aus Katalogen oder Zeitschriften aus.

 

 

 

 

 

 

 Messemännchen / Raucher-Mäcky

Das für die Leipziger Herbstmesse 1964 vom Sandmännchen-Erfinder Gerhard Behrendt entworfene „Messemännchen“ war das Maskottchen dieser Veranstaltung. Ursprünglich aus Holz gefertigt, waren vor allem die späteren Exemplare aus Plaste häufig in den DDR-Kinderzimmern zu finden. – Der DDR-„Mäcky“ orientierte sich sicherlich an dem in der Bundesrepublik ausgesprochen populären „Mecki“, dem Maskottchen der Fernsehzeitschrift „HörZu“.

 

 Militärisches Spielzeug

 „Kriegsspielzeug“ gibt es in der DDR als fröhlich buntes Sandkastenspielzeug schon für die Kleinsten zu kaufen. Aufschluss über die dahinter stehende Ideologie gibt ein Beitrag in dem Fachbuch „Spielzeug“ aus dem Jahr 1958:

Der Erwachsene hat in Bezug auf militärisches Spielzeug und vor allem den Umgang des Kindes mit solchen Gegenständen nicht nur eine sehr schwierige, sondern auch eine in hohem Grade moralische Aufgabe. Gilt es doch, Sinn und Zweck des Spielzeugs in einer einfachen, dem Kinde sofort eingängigen Form zu erläutern. Denn die Funktion des Gewehrs als Waffe, mit der man in der Lage ist, andere Menschen zu töten, ist nur ein Teil der notwendigen Erklärung, die das Kind von seinem Erzieher erhalten muss. Wenn aber das Kind erfährt, dass es böse Menschen gibt, die nur zu gerne in seinen Lebensbereich eindringen würden, dass aber diese bösen Menschen gerade über solche Waffen verfügen, dann weiß es, dass es die Waffen dann gebrauchen wird, wenn es gilt, seine Heimat gegen solche Eindringlinge zu verteidigen."

 

 

 Gesellschaftsspiele

Obwohl sie sehr viel Spielspaß versprechen, führen traditionelle Gesellschaftsspiele im Zeitalter digitaler Unterhaltungselektronik leider nur noch ein Schattendasein. - Vielleicht lässt sich ja der eine oder andere Besucher dieser Ausstellung durch den Anblick der in dieser Vitrine gezeigten DDR-Klassiker dazu animieren, einmal wieder die alte Spielesammlung hervorzuholen und einen PC- und fernsehfreien Abend einzulegen…

 

 

 Halma

Die beiden Spiele aus den Jahren 1950 bzw. 1982 dokumentieren durch ihre aussagekräftigen Deckelbilder mit zeitgenössischen Familienbildern anschaulich die gesellschaftlichen Entwicklungen.

 

 

Kugelspiele

Spiele dieser Art finden heute nur noch am PC oder auf dem Smartphone statt. Ob das eine besser war als das andere, mag jeder für sich selbst entscheiden.

 

 

 Murmeln und Kreisel

Stundenlangen Spielspass ganz ohne Technik boten Murmeln (auch Märbel, Klicker, Knicker, Marbeln, Schusser etc. genannt) und Kreisel. Die „Peitschenkreisel“ wurden durch eine herumgewickelte und schnell weggezogene Peitschenschnur in Rotation versetzt und konnten durch geschickte Peitschenschläge lange in Bewegung gehalten werden.

 

 


 Digedags

Die vom Zeichner Hannes Hegen (wirklich: Johannes Hegenbarth) entwickelten Digedags waren zwischen 1955 und 1975 die Protagonisten der DDR-Comiczeitschrift MOSAIK. Die hier zu sehenden Stoffpuppen stammen zwar nicht mehr aus DDR-Zeiten, besitzen aber dennoch eine hohe Aussagekraft, da sie 2001 mit zu den letzten Erzeugnissen der „Sonni GmbH Sonneberg“ gehörten, wo man versuchte, die traditionsreiche Sonneberger Spielzeugproduktion auch nach der Wende aufrecht zu halten. Alle Bemühungen waren jedoch letztlich vergebens: Das Unternehmen musste 2005 aufgeben.

 

 Baukästen

 In der DDR gab es ein vielfältiges Angebot an Baukästen. Nachdem in den 1950er Jahren vor allem die traditionellen Materialien Stein, Holz und Metall Verwendung fanden, wurden im Verlauf der 1960er Jahre zunehmend Plaste eingesetzt.

 

 

 

 Kellner-Steckbaukästen

Der erste Baukasten des 1919 in Tabarz im Thüringer Wald gegründeten Traditionsunternehmens Kellner wurde bereits Ende der 1920er Jahre produziert. Das neu entwickelte und ebenso originelle wie zeitlose Stecksystem, bei dem die Elemente durch Gummihülsen miteinander verbunden werden, kam bei den Käufern so gut an, dass es Baukästen dieser Art auch heute noch zu kaufen gibt.

 

 

 

 

 

 Pionierorganisation Ernst Thälmann

Dieser nach sowjetischem Vorbild entstandenen politisch motivierten Massenorganisation gehörten in der DDR fast alle Kinder an - ab dem 1. Schuljahr als "Junge Pioniere" (Erkennungsmerkmal: weißes Hemd mit Pionieremblem und ein blaues Halstuch) und anschließend vom 4. bis zum 7. Schuljahr als "Thälmannpioniere" (rotes Halstuch). Der Leitspruch der Pioniere lautete: "Für Frieden und Sozialismus: Seid bereit!" In diversen Gesellschaftsspielen wird die Vorbildfunktion der Pioniere thematisiert.

 

 

 Selbst ist der Mann (und auch die Frau…)

Häufig war in der DDR selbst gebasteltes Spielzeug zu finden, das nach Vorlagen aus Bastelbüchern oder mit sehr viel Phantasie nach eigenen Vorstellungen gefertigt wurde. Nach der Wende für nicht mehr gut genug befunden, fand sich vieles im Sperrmüll wieder. Einige der in dieser Vitrine gezeigten Exponate wurden seinerzeit im wahrsten Sinne des Wortes „von der Straße aufgelesen“.

 

Beispiel für Wandbehang

 

 

Beispiel für eine Spielecke

 

Zur MDR-Fotostrecke "So viel DDR-Spielzeug"


  HOME

www.wirtschaftswundermuseum.de